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Tatenvoller Weg nach „Post-Kyoto“ 18. November 2009

Posted by dekade09 in Gespräche mit den ReferentInnen.
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Niklas SchinerlIn allen Medien wird man seit Wochen mit Klimaschutzpolitik konfrontiert. „Was immer tausende von Experten und Politiker bei der Weltklimakonferenz Anfang Dezember in Dänemark verhandeln, es wird so unverbindlich sein, dass sich keiner daran hält,“ schreibt Standard-Journalistin Luise Ungerboeck in einem Kommentar.

Da die Apec-Staaten (darunter die USA, Japan, China und Russland) bei den Vorverhandlungen im Zuge der Weltklimakonferenz in Singapur ihre Einsparungsziele stark zurück nahmen, schlug Dänemarks Premier Lars Lökke Rasmussen einen Zweistufenplan vor. Dieser bietet vor allem Barack Obama eine Atempause. Wird ein Jahr mehr Verhandlungszeit zur Formulierung realistischerer Ziele führen? Das bleibt abzuwarten.

Doch als mündige/r KonsumentIn sollten Alltagsentscheidungen nicht auf das Prinzip des „Kopf in den Sand Steckens“ der Politiker reduziert werden. Jede/r von uns kann täglich Schritte setzen, die CO2 einsparen.

 

Optimismus der Tat besser als Pessimismus der Worte

Unter diesem Motto kurbelt Greenpeace Österreich den strategischen Konsum an und fordert KonsumentInnen auf, Energie und damit CO2 einzusparen. Auf der Online-Plattform „1 Mio. Taten für den Klimaschutz“ können alle mitmachen: Diejenigen, die Ideen zum Klimaschutz einbringen möchten und diejenigen, die Tipps suchen. Aber auch jene, die sich durch Petitionen, etc. politisch engagieren möchten. „Mit diesem in Kanada bereits erprobten und für Österreich angepassten Mobilisierungskonzept möchte Greenpeace Druck auf die heimische Politik ausüben,“ erklärt Greenpeace-Mitarbeiter Niklas Schinerl.

Schauen Sie einfach auf der Online-Plattform http://1000000taten.greenpeace.at vorbei und probieren Sie aus, welche Taten für Sie umsetzbar sind! Sobald Sie sich für einen Vorschlag entschieden haben, erhalten Sie via Mail regelmäßig Tipps von Greenpeace, wie dieses Ziel zu erreichen ist.

Beim Durchstöbern der vielen Maßnahmen, erhält man zahlreiche Konsumtipps. Das Konzept der Initiative geht so weit, dass KonsumentInnen direkt zu Produkten geführt werden. Auf die Frage, ob das nicht Werbung sei, antwortet Niklas Schinerl: „Wir bewerben bis auf die Kette „Zurück zum Ursprung“ keine konkreten Marken sondern bringen lediglich Vorschläge.“ Die Idee „Zurück zum Ursprung“ ist hierzulande die erste österreichische CO2-Kennzeichnung, wodurch der CO2-Rucksack unmittelbar auf den Produkten abzulesen ist. TeilnehmerInnen der Aktion „1 Million Taten für den Klimaschutz“ bekommen sowohl Ideen für die Umsetzung kleiner Taten aber auch Tipps, wie große Schritte umzusetzen sind, die direkt auf die Politik einwirken bzw. große Mengen an CO2 einsparen.

Greenpeace schlägt mit dieser Mobilisierungsmaßnahme in die Kerbe der trägen Politik. „Der Zwischenstand der Klimataten wird rechtzeitig vor der Klimakonferenz in symbolischer Form an Umweltminister Berlakovich bzw. an Finanzminister Pröll übergeben,“ so Schinerl. Denn die Taten der TeilnehmerInnen werden in CO2-Einsparungen umgerechnet. Die Ergebnisse sind auf der Online-Plattform sichtbar und sollen UserInnen dazu motivieren, das geänderte Verhalten ein Jahr durchzuhalten. Die Kontrolle der Umsetzung der Taten ist unmöglich. Wie viel Disziplin man aufbringt, bleibt jeder/m selbst überlassen.

Duschen oder Baden?

Schinerl veranschaulicht mit zwinkerndem Auge das Ziel der Initiative anhand einer täglichen Alltagsentscheidung: „Greenpeace will nicht fördern, dass Menschen zu zweit duschen sondern dass sie das Bewusstsein entwickeln, dass Duschen im Vergleich zum Vollbad Ressourcen schont.“ Der Experte betrachtet es für sich persönlich als unökologisch, wenn in einer Reihenhaussiedlung jede Familie ein eigenes Swimmingpool oder einen eigenen Rasenmäher besitzt. Würde man sich Geräte etc. teilen, wäre das nicht nur eine Einsparung für den eigenen Geldbeutel sondern auch eine an Rohstoffen und Energie.

Sie würden gerne ausgiebig mit Niklas Schinerl über den Sinn der Klimaschutz-Taten diskutieren? Dann kommen Sie zur UN-Dekaden-Veranstaltung des FORUM Umweltbildung am 24. November! Der Experte wird Ihnen interessante Tipps zum strategischen Konsum präsentieren und über den Tatendrang der ÖsterreicherInnen hinsichtlich des Klimaschutzes berichten.

 

Links:

Online-Plattform 1 Mio. Taten für den Klimaschutz: http://1000000taten.greenpeace.at

Offizielle Website der Klimakonferenz in Kopenhagen: http://en.cop15.dk/

Mehr über die Klimakonferenz in Kopenhagen: http://de.wikipedia.org/wiki/UN-Klimakonferenz

Blogeintrag von Tomas Schaffer zur österreichischen Klima- und Verkehrspolitik: http://zurpolitik.com/2009/11/13/video-interview-hochgeschwindigkeits-zuge-in-osterreich/#more-2668

Kommentar von Luise Ungerboeck, 16.11.2009: Großer Ausstoß, kleiner Anstoß: www.derstandard.at

Kommentare»

1. Nachlese der Veranstaltung « Konsum - 6. Januar 2010

[...] diese es schafft, Jugendliche zu begeistern. Seine Argumente für die Kampagne, die in dem Artikel „Tatenvoller Weg nach Post-Kyoto“ vorgestellt wird, [...]

2. Irene Brandstetter - 20. November 2009

Endlich werden all diese wichtigen Themenbereiche angesprochen. Es ist an der Zeit etwas zu verändern. Meiner Meinung nach müsste in erster Linie die Einstellung zu ” Haben und Sein” geändert werden. Profitgier und Machtstreben beginnen im frühesten Kindheitsalter
( z.B. beim Spielen in der Sandkiste) und müssten schon dort in die richtigen Bahnen gelenkt werden. Durch die richtige Reaktion der Eltern auf Aggressionsausbrüche vielleicht. Kinder sollten lernen, dass “viel haben” und “mächtig sein” keine anzustrebenden Werte sein dürfen. Leider müssten das zuerst einmal manche Eltern lernen. Erfreulicherweise gibt es (aus meiner Erfahrung als Lehrerin) wieder engagierte Kinder, die sich gerne für umweltfreundliches Handeln einsetzen.
Freue mich schon sehr auf die Veranstaltung.

3. danica bauer - 20. November 2009

hier auch eine gute möglichkeit sich zu engagieren – die Initiative des WWF: http://www.voteearth.at


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